Umsetzung

Wer einen Zustand ändern will, muss sich zuständig erklären. Guido A. Zäch hat sich für zuständig erklärt, seine Vision einer ganzheitlichen Rehabilitation in die Realität umzusetzen. Er hat dank seinem ausgeprägten Unabhängigkeitsdrang auch gegen erheblichen Widerstand jene Wege beschritten, welche er für richtig hielt. Stets trug er die volle Verantwortung für sein Handeln selber.

Am 4. Juni 1973 trat er seine Stelle als Chefarzt des Schweizerischen Paraplegikerzentrums in Basel an. Dieses durfte damals nur Patienten im Alter zwischen 15 und 60 Jahren aufnehmen und verstand sich als "hochspezialisierte Eingliederungsstätte für Querschnittgelähmte". Zäch pflegte engen Kontakt mit dem weltbekannten Pionier und Chef des Paraplegikerzentrums von Stoke Mandeville, Sir Ludwig Guttmann.

Ein erster Meilenstein war die Zusammenarbeit mit der Rega. Guido A. Zäch traf 1973 mit Fritz Bühler, Gründer und Chef der Schweizerischen Rettungsflugwacht, Rega, eine Vereinbarung. Alle Bettroffenen sollte ab der Unfallstelle direkt mit dem Helikopter ins Paraplegikerzentrum geflogen werden. Die Rechnungen dafür wurden auf die Privatadresse von Guido A. Zäch ausgestellt. Zäch besorgte für seine Patienten auch erforderliche Hilfsmittel wenn keine Kostengutsprache einer Versicherung vorhanden war. Durch gezielte und intensive Öffentlichkeitsarbeit begann Guido A. Zäch auf die Probleme der Querschnittgelähmten hinzuweisen. Trotz Widerständen hat Guido A. Zäch am 12. März 1975 die Schweizer Paraplegiker-Stiftung mit Sitz in Basel gegründet. Die breite Unterstützung in der Bevölkerung führte dazu, dass die Mitgliederzahl rasant anstiegen und die Basis für die Umsetzung des ganzheitlichen Konzepts der Betreuung von Querschnittgelähmten gelegt war. Die äusserste Hülle der Vision von Guido A. Zäch entwickelt eine Kraft, die alles zusammenhält.

Ab 27. April 1980 engagiert sich die Schweizer Pararaplegiker-Vereinigung in der lebenslangen Begleitung. Ein Querschnittgelähmter der das Rehabilitationszentrum verlässt, in welchem er soweit hergestellt wurde, dass er sein Leben bewältigen kann, kehrt trotz allem in eine Welt zurück, die für ihn eine andere geworden ist. Überall stehen bis unbekannte Hindernisse. Hilfestellungen sollen die Integration in ein neues, gesellschaftliches und kulturelles Umfeld unterstützen. Die mittlere Hülle der Vision von Guido A. Zäch verbreitet Kraft und Leben.

In Basel gab es für die Querschnittgelähmten keine Möglichkeit, ganzheitlich nach der Vision von Guido A. Zäch rehabilitiert zu werden. Zu gross waren die vielschichtigen Vorbehalte seinen Vorstellungen gegenüber. Zäch plante ein neues Paraplegikerzentrum zu realisieren. Nach einer grossen Enttäuschung, als 1984 im zugerischen Risch die Umzonung eines durch Frau Silvia Göhner-Fricsey zur Verfügung gestelltes Grundstücks ablehnte, wurden zahlreiche weitere Standorte geprüft. Der Entscheid fiel auf Nottwil. Im Architekturwettbewerb brachte Guido A. Zäch seine Visionen, seine konkreten Vorstellungen über Abläufe und Räume zum Ausdruck. Das Architekturbüro von Wilfrid und Katharina Steib aus Basel setzte diese gekonnt um. Als am 6. September 1990 nach einer Bauzeit von gut 3 Jahren das neue Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte, war das wichtigste Element der inneren Hülle der Vision von Guido A. Zäch Wirklichkeit geworden.

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